
Niesky hat eine große Tradition im Holzbau. Sie neu zu beleben ist mein Ziel. Dazu gab es am Dienstag ein Arbeitsgespräch, das wir coronakonform durchgeführt haben. Präsentiert haben Christian Voss und Michael Müller einen Tiny-House-Prototypen, der seit kurzem im Spreewald zu besichtigen ist. Grundgedanke ist ein ökologisches und nachhaltiges Haus, das die Mehrwerte von Holz zu voller Geltung bringt: angenehmes Raumklima und lange Haltbarkeit. Der massive Wandaufbau wird durch mechanische Verbindungen mit Holzdübeln geschaffen. Leim oder Metall, giftige Chemie oder Holzschutzmittel kommen nicht zum Einsatz. Prinzip Einstofflichkeit. Holz pur.
Junge Zielgruppe
Minimalhäuser liegen zwar noch nicht im Trend der ortsansässigen Familien, berichtet Zimmerer Stefan Migge. Sie sind in Niesky aber mittlerweile bei zwei Zugezogenen zu finden und der Markt wächst. Der vorgestellte Prototyp kann modulhaft erweitert werden. Damit sind Wohnflächen bis 100m2 denkbar. Junge Kunden, insbesondere aus Städten, mögen das. Nervenaufreibende Baustellen möchte kaum noch jemand. Online-Katalog, Warenkorb, Bestellen und Loslegen. Die Module sind transportfähig auf Schiene und Straße. Wer möchte, kauft noch das Paket für das Management aller Genehmigungsfragen dazu und ist einen Großteil der Sorgen los.
Vom Wachstum profitieren
Es spricht einiges dafür, dass die kleinen Holzhäuser ein weiter wachsendes Segment bleiben werden. Klug wäre es, wenn Niesky und die Lausitz wirtschaftlich davon profitieren. Matthias Zscheile von der Holzbau Niesky GmbH skizzierte, wie sich aus einem Prototyp eine lokale Produktion entwickeln kann, ganz in der Tradition von Christoph & Unmack. Eine erste „Siedlung mehrerer Prototypen“ soll entstehen und verschiedene Gewerke sowie Firmen zusammenbringen. Die Beteiligten sind für einen solchen gemeinsamen Prozess bereit. Investoren gebe es ebenfalls, hieß es von Brandenburger Gesprächsteilnehmern. Nachgedacht wurde über einen konkreten Nutzungszweck der Anlage, z.B. als Ferienhaussiedlung am Bärwalder oder Berzdorfer See, auf einem ausgedienten Campingplatz in der Lausitz, als temporärer Arbeitsort, als bezahlbare Wohnhäuser für junge Familien in Niesky oder zum Probewohnen im ländlichen Raum.
Ich freue mich darauf, dieses Vorhaben mit den involvierten Akteuren voranzubringen. Herzlichen Dank für die konstruktive Runde. Mit dabei waren Zimmerei Schulze, Kero GmbH, Holzbau Niesky GmbH und die Tischlereien Siebenhaar und Mond Luchs.
Foto: Sebastian Zoepp
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